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Rubin von der Nockalm

Rubin ist nicht bei uns zur Welt gekommen, er bewanderte mit 6 Monaten die Kärntner Berge und war ein super häßliches Fohlen, wenn man das so sagen darf. Groß, viel zu dünn (zum Abbrechen) und hatte einen elends langen Kopf und keine Mähne. In seiner Jugend auf der Alm entwickelte er sich zu einem stattlichen Hengst und mit 3 Jahren wurde er angeritten, eingefahren und danach auch verkauft. Nach knapp einem Jahr kam er zurück. Rubin hatte andere Vorstellungen, als sein neuer Besitzer. Vielleicht hatten beide nichts gemeinsam. Nach einem weiteren Weidesommer auf der Alm, war er 4 1/2 und nicht einfach. Ein Wiederverkauf war unmöglich, da er eigentlich nicht mehr reitbar und im Umgang absolut schwierig war. Wir beschäftigten uns mehrmals täglich mit ihm und er entwickelte sich bei uns gut weiter.

Bei Rubin paßt die Aussage "Vom häßlichen Entlein zum schönen Schwan"! Er wurde immer schöner und selbstsicherer. Dann stellten wir ihn das erste mal am "Tag des barocken Pferdes" bei uns zu Hause dem Puplikum vor. Am langen Zügel- dieser wurde immer länger und Rubin immer schneller. Mit einem halben Herzinfakt verließ er das Viereck und regte sich sehr auf. Die Arbeit begann von vorne. Dann nahm ich ihn mit zur Zuchtschau der Friesenpferde nach Stadl Paura. Rubin "glänzte" nicht nur, sein pechschwarzes Fell und die über einen Meter lange Mähne, nein, auch strotzte er vor Selbstbewußtsein. Präsentierte sich vorbildlich und trabte wie ein Weltmeister. Das Prädikat "Ster" hat er sich verdient. Ich hatte trotz allem Bedenken, mit ihm in die Öffentlichkeit zu gehen, da er nicht sicher war. Aber es wurde immer besser.

Letztes Jahr nahmen wir ihn zum Kennenlernen auf die Messe nach Klagenfurt mit. Bei der Rassenpräsentation benahm er sich bei Scheinwerfer, Publikum und Musik super. Im April dieses Jahres absolvierte er seine erste A-Dressurprüfung mit der Wertnote von 6,6 und ich bin mir sicher, daß das Eis gebrochen ist. Rubin kann schon einige L-Lektionen und Zirkuslektionen. Den Fahrsport haben wir gestrichen-man muß ja nicht alles mögen!? Eine Kutsche versetzt ihn auch heute noch in Angst und Bange. Jeden Tag will er lernen und arbeiten und er ist eines meiner Aushängeschilder im Betrieb. Mit seiner Schönheit zieht er nicht nur Friesenleute sondern alle in seinen Bann und auch er bleibt bei uns und wird nie mehr einen Stallwechsel vornehmen.

Das bißchen Mut , das im noch fehlt, werden wir auch noch irgendwo finden. Rubin ist eigentlich kein "lustiges" Pferd, sondern sehr ernst und besonnen. Wir sind froh, dass er bei uns ist und das ist gut so. Sein Bekanntheitsgrad soll viel größer werden, und in Zukunft werden wir ihn der Öffentlichkeit mehr vorstellen können, weil er erst jetzt soweit ist.

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