Referenzen
Trojanus und S. Gaishofer

Es war an einem Samstag im Juli 2004 als mein Mann und ich nach meiner frauentypischen Ansage „wir fahren eh nur schauen“ Richtung Kärnten aufbrachen um „zu schauen“.
Nach 2 Stunden „schauen“ und probereiten hab ich von meiner Umwelt gar nix mehr wahrgenommen, von dem Moment an gab es nur mehr Trojanus. Bereits am Montag darauf wurde er postwendend zugestellt. Am nächsten Tag kam dann eine leichte Krise – ein Pferd – ein Hengst – 4 Jahre Reiterfahrung mit langer Unterbrechung – „oh Gott … was hab ich da gemacht ?“. Bestätigt durch einen Kurzbesuch bei einer Stute mit meinem Mann, der Trojanus wie einen Hund an die Leine nahm und ihn mal an der Stute schnuppern ließ , (weil das arme Pferd ja Kontakt zu anderen braucht) mit dem Erfolg, dass sich Trojanus ganz groß gemacht hat (steigen), wurde am nächsten Tag der Tierarzt zur Kastration geholt. Danach ging es mit uns zwei bergauf – Horsemanship Trainerin – Dressurstunden – viel Bodenarbeit und zur Belohnung Ausritte rund um den Stall.
Mein Seelchen hat, mittlerweile 4 Jahren, 2 Tage lang Kinder im Viereck auf sich schaukeln lassen. Verschmust, absolut charakterstark – einfach cool (wie mein Sohn zu sagen pflegt). Klingt eigentlich wie ein „guter Tepp“ – „hast wieder einen gefunden, dem du auf der Nase herumtanzt“ meint mein Mann. So ist es aber nicht. Trojanus ist im Herdenverband der absolute Chef und macht auch mir durch liebenswerte Marotten das Leben spannend. Im Viereck kürzt er momentan die Galopptouren vor X ab, rennt in die Gegenrichtung, wechselt die Seite und springt dabei noch richtig um. Genie und Wahnsinn so nahe liegen sie beisammen. Seine Wissbegier, seine Neugier und sein enormer Lerneifer machen das Reiten zu einem Hochgenuss und sorgen auch auf Seiten der Trainer immer wieder für Überraschungen. Wir werden noch heuer auf einem kleinen Turnier starten um die vielgerühmte Nervenstärke der Friesen zu testen. Davon abgesehen geht es ab ins Gelände um ihn gegen Traktoren (die er ha sst , aber die immer wieder als super Galopphilfe dienen) und andere Monster immun zu machen. Wenn das stimmt, was das Sprichwort sagt „Jeder Topf findet seinen Deckel“ – so ist mein Deckel der passenste auf der ganzen Welt, und überhaupt ein besseres Pferd gibt es sowieso nicht.

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